Inhaltsverzeichnis

Einbau elektrischer Fensterheber



Kennt ihr das auch, ihr seit irgendwo im Nirgendwo, und müsste nach dem Weg fragen. Da die Fußgänger aber auf der Beifahrerseite am Fahrzeug vorbeikommen hechtet man rüber, um schnell das Fenster runter zu kurbeln…. bis man dann so weit ist, jemanden ansprechen zu können, ist diese Person bereits 100 Meter weiter gelaufen. So oder so ähnlich ist mir das jetzt schon mehrmals gegangen mit meinem Lt. Die Fahrzeuge sind doch ziemlich breit und ein biologischer Fensterheber ist nicht immer zur Stelle oder willig den Anweisungen zu folgen. Daher sollten nun elektrische Fensterheber in das Auto. Es gibt zwei verschiedene Grundvarianten, die erste und wahrscheinlich einfachere ist die „Aufbauversion“ bei der der gesamte Antrieb einfach auf die Türverkleidung an Stelle der herkömmlichen Kurbel verbaut wird. Diese Variante ist in meinen Augen optisch nicht so interessant, weshalb ich mich für die aufwändigere Version der „Unterbau-Heber“ entschied.

Kosten für den Umbau lagen bei ca. 50Euro.

Einkaufliste:
Universelle Fensterhebersatz mit viel Zubehör bei e-bay inkl. Porto ca. 40 Euro
½ Zoll Schlauch ca. 60cm in schwarz, hoch flexibel und schwer knick bar ca. 5Euro
2x Wandhalterungen für ½ Zoll Kunstoffwasserrohr ca. 2 Euro
Nun zum Einbau selbst, die mitgelieferte Einbauanleitung erweckt den Eindruck, das der Einbau in beinahe jedem Fahrzeug spielerisch leicht von statten läuft. Nur leider ist der LT da etwas komplizierter, zumindest wenn man gewisse optische Ansprüche an den Umbau stellt. Hier die original Einbauanleitung zum anschauen (vermittelt auch einen guten Überblick über die bevorstehenden Einbauschritte.

fensterheber-orginal-anleitung.pdf
Am LT wird nun die Türinnenverkleidung entfernt. Im besten Fall sieht man nun nicht weiter als bis zu einer Folie, die die gesamte Tür verschließt. Falls diese Folie nicht mehr vorhanden sein sollte, sollte sie in jedem Fall nach dem Einbau verbaut sein, da die Fensterdichtungen bei den Fahrzeugen nicht dicht sind, und somit das Wasser immer, durch die Tür läuft (Das ist von den Entwicklern auch so gedacht). Wenn man diese Folie also nicht hat, oder jetzt weg lassen würde, würde ich die Türverkleidung wegen der Feuchtigkeit verziehen. Ich hatte das mal an meinem T3 und das sieht wirklich nicht schön aus.
Wenn man nun die mitgelieferten Halterungsbleche an die Fensterheber Montiert hat, und diese zum ersten Mal in die Tür hält sieht man schon das Problem. Beim LT liegt die Türverkleidung direkt am Blech an, wenn man nun den Fensterheber montieren würde, trägt dieser im Bereich um die ehemalige Fensterkurbel ca. 7mm auf. Dies führt zu einer Ausbeulung der Verkleidung was nicht gerade schön aussieht.


Meine Lösung hierfür ist schlicht und ergreifend das Blech der Tür in diesem Bereich umzuarbeiten. Der Aufwand ist zwar enorm, und man sollte auch schon mal mit Blech gearbeitet haben um das zu machen, das Ergebnis kann sich aber sehen lassen. Am besten nimmt man ein die Hämmer und Gewichte aus einem „Ausbeulset“, die haben schöne Formen und man kann das Blech sehr sauber damit treiben. Leider habe ich vom Einbau auf der Fahrerseite keine Bilder, dort sieht das ganze wirklich sehr gut aus, der erste Versuch hier auf den Bildern war mit einem normalen 250g Hammer und einem 500g Hammer als Gewicht hinterm Blech, leider nicht so schön geworden aber genauso zweckmäßig.

Erst über der Fensterkurbelwelle:


Dann auch darunten:

Wenn das Blech nun also aus dem Weg geräumt ist, kann der Antrieb mit dem richtigen Adapter auf die Welle des Fensterhebers gesteckt werden. Der Motor wird weiter unten Montiert. Bei der Montage ist darauf zu achten, dass die Schrauben Köpfe wiederum nicht über das Türblech herausstehen, um auch hier ein ausbeulen der Türverkleidung zu vermeiden.


Nach dem jetzt die Mechanik so weit verbaut ist, muss sich um die Elektrik gekümmert werden. Die größte Herausforderung hierbei ist die Kabeldurchführung von der Tür ins Fahrzeug. Hierzu dienen mir die in der Einkaufliste genannten Schläuche, diese sehen einigermaßen gut aus und erfüllen alle Anforderungen.
Ein Langloch im vordersten Bereich der Tür dient der Durchführung des Schlauches in die Tür. Das Loch sollte vom Umfang etwas 3mm kleiner sein, als der des Schlauches, dann klemmt dieser sehr satt da drin, und man braucht sich weiter keine Gedanken über die Befestigung machen. Im Fahrzeug habe ich den Schlauch mit einem Wandhalter am der inneren A-Säule verschraubt (hier im Bild blau). Nun können die Kabel alle verlegt und angeschlossen werden.


Als letztes wird sich um die Schalter gekümmert. Im Fensterhebersatz enthalten sind zwei kleine Konsolen, die man von hinten mit der Türverkleidung verschraubt. Hierbei ist darauf zu achten, das am gewählten Ort in der Tür etwas Platz ist, weil ja die Schrauben wieder etwas auftragen und auch der Kabelbaum dort hineinführen muss. Eventuell lackiert man die Konsolen noch in der gewünschten Farbe, Ral8017 Schokobraun z.B. entspricht ziemlich exakt des Brauntones der häufigen Türverkleidungen der LT`s. Um das Kabel durch die Verkleidung in die Konsole zu führen muss dort ein Loch hineingeschnitten werden. Das geht mit einem Tapetenmesser ganz gut und sollte sehr sorgfältig gemacht sein, so dass man von diesem entfernten Stück den Kunstlederbezug ein einem Stück abziehen kann. Mit diesem kleinen „Fetzen“ verdeckt man nun das Loch der alten Fensterkurbel. Dazu wird das Kunstleder einfachdurch die runde Öffnung hineingeschoben und mit ein paar Tropfen Sekundenkleber fixiert. Schon aus 50cm Entfernung ist die Stelle nicht mehr erkennbar.


Beim Anschließen der Hauptelektrik stellt sich nun noch die Frage wo. Masse ist klar, einfach einen guten Masse Punkt suchen, am besten den Stern beim Sicherungskasten. Den „plus“ Anschluss soll man nach der Bedienungsanleitung an Klemme 15, also den zündungsgesteurten Plus anschließen. Im Prinzip sinnvoll, da die Schalter der Fensterheber beleuchtet sind, und somit einen Ruhestrom haben. Ich will aber in meinem Sven Hedin nicht extra die Zündung anmachen müssen um mal ein bisschen frische Luft zu bekommen, daher schließe ich an Klemme 30a (Dauerplus 2. Batterie) an. Da ich das Fahrzeug eh nur im Urlaub nutze und die Batterien so wie so ausbaue wenn es steht ist der ja auch sehr geringe Ruhestrom mir egal, aber das muss jeder für sich entscheiden.
Noch als kleiner Tipp, wer mit dem Gedanken spielt sich auch noch eine Zentralverriegelung einzubauen, sollte das in Fahrer- und Beifahrertür doch gleich mitmachen, weil viele Arbeitsschritte Identisch sind, und z.B. die Kabel dann gleich mit verlegen kann.


Fazit:


Der Umbau hat mit Kabelverlegung und den Zentralverriegelungsmotoren ca. 6 Stunden Zeit in Anspruchgenommen, das ist natürlich für so ne Kleinigkeit schon enorm, in der Zeit kann man schließlich auch nen Motor tauschen :-)
Ob man den Komfort von elektrischen Fensterhebern braucht ist natürlich Geschmackssache, ich würde es auf jeden Fall wieder machen! Die Fensterheber tun sich etwas schwer solange die Lichtmaschiene keinen Strom liefert, sobald der Motor dann an ist fahren die Fenster genausoschnell hoch wie runter. Dieses Problem kann aber warscheinlich durch ein Kabel größeren Querschnitts verbessert werden.



Ergänzung:


Ich habe mir die Fensterheber von InPro geholt. Gibt es bei ATU für 50€. Artikel nennt sich dort IP1020. http://www.atu.de/online-shop/zubehoer-10020/universal-5675-pg1/fensterheber_in_pro_universell_unterbau-IP1020.html

MfG Jogurt


 
start/aus_umbauanleitungen/elektrische_fensterheber.txt · Zuletzt geändert: 2017/08/07 07:54 von gr