Jo, da gebe ich Dir recht


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Geschrieben von Oliver 4x4 am 10. August 2026 20:44:29:

Als Antwort auf: Re: Kardanwelle Durchmesser - bestimmt durch HA-Übersetzung, Reifendimension u. Last geschrieben von Joachim S am 10. August 2026 19:15:04:

Hallo zusammen, irgendwie werde nicht nicht schlau aus den Infos die ich kriegen kann…
Es ist klar, dass es je nach Fahrzeug unterschiedliche Längen der Kardanwelle gibt, was aber nicht klar ist, wann welcher Durchmesser zum Einsatz kam. Ich kenne da zwei unterschiedliche Durchmesser, ohne Maße zu haben, eine mit ca. 50mm und eine mit 80-90mm
Aber wann wurde welche eingesetzt?
Wie ihr wisst habe ich den ACL ja massiv in der Leistung gesteigert, so dass die Kupplung an der Grenze ist vom Drehmoment, und da stellt sich mir die Frage ob es nicht besser wäre eine Welle mit großen Durchmesser zu verbauen… wobei ich die für den kurzen Radstand mit großen Diff. also mit 112cm bisher auch nicht finden konnte… vielleicht gabs die auch nie??
Wenn da jemand Infos hätte, wäre das toll!!
Grüße Thomas
Hi Thomas,
ich glaube, ich würde mir da keine Gedanken machen.
Auch die dünne Kardanwelle hält es aus, wenn man im 1. die Kupplung schnacken lässt.
Und das ist die "maximale Bruchlast". Ob der Motor nun ein paar Nm mehr hat, wird eher das Getriebe stressen. Nicht das dumme Stück Eisen zwischen den Gelenken.
Gruss Jo

Und wenn der Motor 1.000 Nm hätte, das größtmögliche Drehmoment wird über das maximal übertragbare Drehmoment auf der HA begrenzt. Darüber hinaus, drehen (schlupfen) die angetriebenen Räder.
Rechenbeispiel gefällig:
Reifen: 205 R 14 --> Radius: 0,322 m
I-Achse: 6,43 ... 3,79
my-Straße: 0,8 ... 1,0 (trocken)
Hinterachslast: 2.000 kg --> 19.620 N
Fmax = Fn x my = 19.620 N x 1,0 = 19.620 N
Mrad = Fmax x r = 19.620 N x 0,322 m = 6.318 Nm
Mgelenkw. = Mrad : I-Achse = 6.318 Nm : 6,43 ... 3,79 = 996 Nm ... 1.667 Nm
Mkupplung = Mgelenkw. : I-Gang1 = 996 Nm ... 1.667 Nm : 5,01 = 199 Nm ... 332 Nm
D. h., bei einer Hinterachslast von 2.000 kg, auf trockenem Asphalt mit bestem my-Wert von 1,0 und der schnellsten Achse reichen bereits 332 Nm um die Räder auf der Antriebsachse durchdrehen zu lassen. Mit der kürzesten Achsübersetzung reichen bereits 199 Nm. D. h. theoretisch könnte man mit dem serien ACL bereits die HA durchdrehen lassen. Wenn dann der my-Wert sogar auf 0,8 sinkt, dann reichen entsprechend schon 20% weniger Drehmoment, von einem unbeladenen LT ganz zu schweigen.
Fazit: Die Gelenkwelle ist nicht das kritische Bauteil!
Gruß
Oliver 4x4
der sich beruflich lange mit der Auslegung von Nfz-Triebsträngen beschäftigt hat...
Hi Oliver,
genau. Minimale Korrektur, die Hinterräder drehen nicht so leicht durch, weil sich ja beim Beschleunigen die Last auf die Hinterräder verlagert.
Da mögen bei nem voll be- bis überladenen LT noch ein paar Nm mehr zusammen kommen.
Aber es stimmt schon, der Motor macht es nicht. Unsachgemäßer Umgang mit der Kupplung schon eher.
Meiner neigt in letzter Zeit zum Rappeln beim Anfahren... Solche Schwingungen können die Rechnung wohl auch durcheinander bringen.
Gruss Jo


Hallo Joachim,
da stimme ich Dir völlig zu. Die Fzg.-Dynamik und damit die kurzzeitige Erhöhung der Achslast hinten habe ich völlig außer Acht gelassen, die bei einem Kastenwagen mit hohem Schwerpunkt nicht unerheblich sein wird. Und das "höchst dynamische Einkuppeln" wird mit der Schwungmasse eines schnell drehenden Motors für echte Drehmomentspitzen sorgen, jenseits der serienmäßigen 205 Nm.

Worst Case Betrachtung war bei uns immer folgender Fall: Auf der einen Fahrzeugseite steht die Antriebsachse auf einer Eisplatte, die andere auf Asphalt. Nun gibt der Fahrer ordentlich Gas (= Drehzahl), um sich langsam mit durchdrehenden Rädern von der Eisplatte zu bewegen, bis dann das durchdrehende Rad schlagartig wieder Grip auf trockenem Asphalt bekommt = die maximal mögliche Drehmomentspitze für den Antriebstrang ...

Gruß

Oliver 4x4



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