Re: Wasserstandheizung in Kühlerkreislauf einbinden
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Geschrieben von Chris am 28. Januar 2023 13:59:09:
Als Antwort auf: Wasserstandheizung in Kühlerkreislauf einbinden geschrieben von Beam und Simon (BuS) am 22. Januar 2023 13:13:26:
Servus ihr beiden,
das Thema ist leider nicht so einfach. Die Heizung einzubauen, nur weil sie eh schon da liegt, ist nicht sinnvoll, wenn die Heizleistung des Geräts nicht zur Leistungsabnahme der Verbraucher passt. Wie schon geschrieben führt das dazu, daß das Heizgerät dann nicht im Regelbetrieb (d.h. innerhalb der möglichen Leistungsregelung ohne Abschaltung) läuft, sondern im Taktbetrieb (d.h. Ein- und Abschaltung, da großer Leistungsüberschuss). Durch den Taktbetrieb braucht die Heizung wesentlich mehr Strom durch die häufigen Startvorgänge, außerdem neigt sie stärker zum Verkoken.
Für die Leistungsabnahme vom Heizgerät ist nicht direkt das Wasservolumen des Heizkreises ausschlaggebend, sondern die Durchflussgeschwindigkeit und die effektive Wärmeabgabe an den Fußboden bzw. die Konvektoren. Das muss zueinander passen und das muss man einfach mal genauer abschätzen. Ein großer Wärmepuffer wie der Motor kann helfen, ist aber nicht unbedingt Sinn der Sache.Ganz enscheident ist auch, daß die Kreisläufe getrennt bleiben. Also das Heizgerät nicht in den Motorkühlkreislauf einschleifen, sondern über einen Wärmetauscher einbinden und ein Abschaltventil. Das sorgt zum einen dafür, daß im Sommer bei Fahrbetrieb der Motor nicht hinten das Fahrzeug mitheizt, aber auch, daß der sich aufbauende Druck im Motorkühlkreis nicht den Wärmekreis der hinteren Heizungsanlage mit belastet. Insbesondere gibt es dann auch keine Entlüftungsprobleme beim Motor- und Heizkreislauf, die man ansonsten bekommen kann. Für den hinteren Heizkreis kann man sich dann über die genaue Leitungsverlegung Gedanken machen und einen Punkt bzw. eine Schleife schaffen, in der sich das System gut entlüften lässt und auch einen eigenen Ausgleichsebehälter bekommt. Ansonsten gibt es nur Probleme, und wenn noch irgendwo Luft im System hängt, findet keine richtige Umwälzung statt und das Heizgerät wird ständig in den Überhitzungsschutz laufen. Sowohl für den hinteren Heizkreis als auch für den über den Wärmetauscher angebundenen Motorkühlkreis braucht es dann je eine eigene Umwälzpumpe, um die Wärme zu verteilen und keinen lokalen Hitzestau zu erzeugen.
Falls der CH-Michl euch nicht eh schon weiter helfen konnte, könnt ihr mich gerne kontaktieren. Ich habe knapp zehn Jahre Erfahrung mit der Auslegung von Heizungs- und Klimaanlagen in Lkw und habe auch im LT vergleichbare Heizungsprojekte schon mit umgesetzt. Alternativ gibt es auch die Firma OKO in Friedrichshafen, die solche Heizungsanlagen selber entwickelt und schon mehrfach in Fahrzeuge eingebaut haben.
Gruß Chris
lt-ecke(ätt)motoer.de
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