Re: 35PDSIT Einstellung Drosselklappe Ungenauigkeit im Wiki


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Geschrieben von CH Michl am 14. März 2019 13:55:10:

Als Antwort auf: 35PDSIT Einstellung Drosselklappe Ungenauigkeit im Wiki geschrieben von Philipp aus Hannover am 13. März 2019 20:35:02:

Hallo zusammen,
ich glaube im Wiki sind nun ein paar verwirrende Informationen bezüglich der Einstellung der Drosselklappe am 35PDSIT gelandet. Ich versuche das jetzt hier mal zusammenzufassen und hoffe dass meine Informationen korrekt sind, vielleicht kann das hier nochmal jemand bestätigen.
Als es gibt prinzipiell zwei Einstellungen der Drosselklappe: eine für die Kaltstartphase und eine für den normalen Betrieb.

Das ist richtig

Einstellung der Drosselklappe für die Kaltstartphase
Diese Einstellung wird am Gestänge vorgenommen, welches die Drosselklappe mit der Pulldownmembran verbindet. Diese Einstellung muss nur vorgenommen werden, wenn der Vergaser erneut zusammen gesetzt wurde. Der Vergaser muss dazu ausgebaut sein, um den Spalt messen zu können. Nachdem die Drosselklappe einmal mind. halb weit geöffnet wurde, sollte die Starterklappe zugefallen sein und die Einstellung kann vorgenommen werden. Jetzt kann mit einem 1mm oder 1,2mm Bohrer je nach Vergaser der Spalt an der Drosselklappe eingestellt werden; dazu wenn nötig die Muttern am Gestänge drehen, bis der gewünschte Spalt eingestellt ist. Danach die Muttern mit ein bisschen Farbe sichern.

Auch das ist richtig. Ich mach das bei laufendem Motor und stell die Drehzahl so auf ca. 2500 1/min (bei Leerlaufanhebung auf der höchsten Stufe) ein.

Einstellung der Drosselklappe für den normalen Betrieb
Diese Einstellung sollte im eingebauten Zustand und bei laufendem, warmen Motor gemacht werden. Der Unterdruckschlauch zur Zündverstellung muss dabei abgezogen werden und stattdessen an einen Unterdruckmesser angeschlossen werden. Die Einstellung wird nun an der Anschlagschraube (und nicht! am Gestänge) vorgenommen. Dazu wird zunächst die Schraube so weit hereingedreht, bis ein Unterdruck am Messgerät angezeigt wird. Nun wird die Schraube wieder soweit herausgedreht, bis der Unterdruck auf 0 gefallen ist, danach sollte noch eine halbe Umdrehung weiter herausgedreht werden. Ist alles richtig eingestellt, die Schraube mit einer Plombe sichern.

So ist es im Handbuch beschrieben und vollkommend richtig.
Jedoch hat ja nicht jeder ein Unterdruckmessgerät.
Und es gibt zwei Versionen der Drosselklappe: Mit und ohne Loch. Dadurch variiert die Einstellung. Die Drosselklappe mit Loch wird auf "Nullspalt" gestellt, da der Motor durch das Loch genügen Luft für den Leerlauf bekommt, d. h. die Anschlagschraube wird nur soweit hineingedreht, bis die Drosselklappe nicht in der Vergaserbohrung klemmt. Bei der Klappe ohne Loch wird der Drosselklappenspalt auf 0,65mm (Angabe beim Opel Kadett) mit der Anschlagschraube eingestellt.
Die Einstellungen für beide Varianten müssen bei voll geöffneter Starterklappe erfolgen, da sonst die Kurvenscheibe der Starterklappe das Schließen der Drosselklappe verhindert.

Noch eine Erklärung: Die Anschlagschraube hat in der Kaltstartphase keine Wirkung, da die Drosselklappe über das Gestänge von der Pulldownmembran weiter geöffnet wird als an der Anschlagschraube eingestellt. Je weiter sich nun mit wärmer werdendem Motor die Starterklappe öffent, desto weiter schließt sich die Drosselklappe wieder, bis die Anschlagschraube dann an den Anschlag kommt. Ab diesem Zeitpunkt hat dann die Einstellung am Gestänge keine Wirkung mehr, sondern die Einstellung der Anschlagschraube.

Auch das ist korrekt, siehe meine Erklärung oben.

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Ob die Drosselklappe ein Loch hat oder nicht, ist für die Einstellung für die Kaltstartphase am Gestänge egal, dort wird immer 1mm oder 1.2mm eingestellt. Normalerweise sollte man die Einstellung für den normalen Betrieb an der Anschlagschraube wie beschrieben mit Unterdruckmessgerät gemacht werden. Auch hier ist es dann natürlich egal, ob mit oder ohne Loch, da immer auf 0 Bar eingestellt wird.

Richtig, wenn kein Unterdruckmessgerät vorhanden, siehe oben.

Ich glaube der Hinweis von Michl mit dem Loch in der Drosselklappe ist nur interessant, wenn man die Anschlagschraube im ausgebauten Zustand einstellt und nicht den Unterdruck misst, sondern den Spalt. Diese Methode ist jedoch weder im Reparaturleitfaden noch in der Reparaturanleitung beschrieben und daher denke ich ist die Einstellung mit Unterdruckmessgerät zu bevorzugen.

Wenn vorhanden, auf jeden Fall, wenn nicht, siehe oben.

Michl, kannst du das so bestätigen oder habe ich dich da falsch verstanden? Hoffe das sind keine falschen Informationen!

Hallo Philipp, das ist alles richtig was du schreibst, und ja, so kann ich das bestätigen, jedoch für den "Hobbyschrauber", der kein Unterdruckmessgerät hat, aber eine gut sortierte Bohrerkasette und/oder eine Fühlerlehre ist die Einstellung mittels Spaltmaße auch eine gangbare Methode, und der Motor läuft nachher auch prima.
Wenn ein Unterdruckmessgerät verfügbar ist, ist es damit natürlich wesentlich komfortabler.

Liebe Grüße aus Hannover
Philipp

Liebe Grüße zurück aus Hegendorf
Michl

PS: Ich habe selber bisher bei den LT's noch keinen 35'er Vergaser ohne das Loch in der Drosselklappe gesehen.



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